Die Installation ist relativ schnell, der erste Start dauert ein wenig, bis da die ganzen kumulierten Patches verarbeitet sind. Danach kann es aber zügig los gehen, mit einem der Highlights des Spiels - der Charaktererstellung.
Die Insel des Dr. Moreau - Charaktererstellen in tausend Kombinationen
Hier können unzählige Varianten von Helden wie Antihelden optisch erstellt werden. Sei es Bestien (wandelnde Haie, Wölfe, Katzen), dämonische Gestalten mit Skelettköpfen oder gar geflügelte Dämonen, bis hin zum reinen Captain America-Verschnitt, komplett mit Hermes-Stirnband und kybernetischen Wesen. Ich habe mal ein paar Screenshots unten eingefügt. Leider kommt das Interface in den Screenshots nicht mit durch.
Das Aussehen hat keinerlei Bewandnis im Spiel, außer vielleicht eine: Champions kennt Kollisionsabfragen der Spieler, wer also andere gerne herumschubst, sollte einen möglichst großen Charakter (Hulk) wählen.
Als Klassen wählt man eine von 18 Grundtypen, also zum Beispiel
Elementartypen
- Feuer
- Eis
- Elektrizität
Nahkämpfer
- Einhandklinge
- Doppelklinge
- Armklauen (Wolverine)
- Macht (Hulk)
- Martial Arts (Bruce Lee)
Fernkämpfer
- Bogenschütze
- Feuerwaffen
Übernatürliche Kräfte
- Telekinese
- Telepathie
- Dunkelheit (Schattenschaden)
- Zauberei
- Weitere Übernatürliche (Vampir- oder Engelskräfte)
Für den Start habe ich mal einen Fernkämpfer-Archery Helden gewählt. Der hat im wesentlichen (bis Stufe 7 wo ich gespielt habe) zwei Angriffe, einen Energie-Auflader (Salve) und einen starken Angriff. Durch hohe Beweglichkeit weicht er Schüssen und Nahkampfangriffen leichter aus.
Das Spiel startet in stark instanzierten Gegenden, analog zu den Phasen aus WotLK. Hat man einen Bereich gestartet, geht es mit den altbekannten Ausrufezeichen und Fragezeichen zu neuen bzw. erledigten Aufgaben. Erfahrung und Ausrüstung (allgemein gesprochen) locken. Die Aufträge sind normale Kost, töte X oder sammle Y. Dabei sind die aber schön in die Spielatmosphäre eingebunden. In der Zeit des ersten Tests habe ich drei Gebiete besucht: Eine Stadt, die unter Alienbeschuss steht, eine Mutantenverseuchte Wüste und (nach Sieg über den Endgegner dort) eine gesicherte Wüstenregion mit neuen Bereichen.

Die Spielwelt verändert sich stark nachdem der Held die Aufgaben erledigt hat. So sollte es sein, wer Comics von Authority oder den anderen Heldensagen kennt, der weiß, dass Städte eben noch schön sein können und sich nach einem Überfall durch Außerirdische/Superschurken/Mutanten/Geister/interdimensionale Wesen deutlich verändern können.
Core oder Casual? Der Spielfluss
Bei einem MMO kommt es auf mehrere Sachen an: Gegner-KI, Fertigkeiten, Einbindung der Mitspieler. Das Spiel nimmt sich auch hier die besten Sachen aus der Konkurrenz vor: Öffentliche Quests (WAR), wo man kooperativ mit anderen Spielern zusammen Gegner plättet und Bereiche verteidigt, Gruppenquests und Instanzen. Ein wenig Hektik kommt in den Bereichen schon auf, die Gegner sind fast immer in Gruppen unterwegs, adden sehr leicht andere Gegnergruppen und respawnen sehr schnell. Teilweise wirkt der Schwierigkeitsgrad noch ein wenig herb, ohne mich anzustrengen bin ich so schnell durch die Levelbereiche befördert worden, dass ich es fast immer mit Gegnern zu tun hatte, die 2 Stufen über mir sind. Ähnlich wie bei LOTRO und z.T. auch WoW kommen gleichstufige Gegner in mehreren Schwierigkeitsstufen daher: Leicht (Henchman), Ausgewogen (Villain), Schwer (Master-Villain) und Superschwer (Super-Villain).

Am Ende des Ganges wartet der Master Villain...
Die Henchman schafft man noch drei gleichzeitig, selbst 1-2 Stufen über einem. Villain sollte man immer 1:1 angehen. Die einzigen beiden Master Villain, die ich hatte, waren die Instanzen-Endgegner der ersten beiden Bereiche. Dort war mein Schema wie folgt: Reinrennen, Gegner angreifen, Gegner schwächen, Niederlage, Respawn, reinrennen, geschwächten Gegner weiter angehen, sterben usw. Die Quest sieht im Text nicht vor, dass man diese Endgegner mit einer Gruppe angeht, da der HP-Stand des Bossgegners aber gleich bleibt, muss man nicht mit einer Gruppe rein, sondern ringt ihn Stück für Stück nieder. Der Tod gibt keinen Nachteil, man respawnt ein paar Meter hinter dem letzten Stück am freigeschalteten Respawnpunkt. Einfacher als bei WoW und LOTRO.
Das Spiel bietet technisch alles, was man für Core Gamer braucht wie HP-reiche Superschurken für Gruppen, die eigene Nemesis, welche hochlevelt und Skilltüfteleien. Aber auch der Casual Spieler kommt weiter, wenn er bei harten Opponenten einfach so lange vom Respawn-Punkt startet, bis auch der letzte Gegner liegt. Allerdings sollte man ein wenig flinke Finger mitbringen, das Blocksystem ist noch nicht ganz ohne, was Reaktionsanforderungen betrifft.
Arm-Brust oder Keule? Das Kampfsystem
Das Kampfsystem spielt sich in meinen Augen etwas dynamischer als LOTRO und ist ähnlich wie bei WoW, Standardangriffe laden eine Powerleiste auf, Spezialangriffe machen mehr Schaden und senken den Energiestand wieder. Gegner lassen wie in alten Egoshootern leuchtende Bälle fallen (grün = +HP, Gelb = +Energie, Rot = +Angriffskraft). Das Gegner auswählen ist zur Zeit noch wenig intuitiv, wer gewohnt ist, dass Tab den am nächsten gelegenen Gegner anvisiert, wird noch nicht glücklich, Tab scheint von links nach rechts durchzuschalten. Ansonsten spielt sich Champions im Kampf eher wie ein schnelles Actionspiel, durch Bewegung kann man Nahkampfangriffen ausweichen, die Gegner haben zum Zeil deutlich größere Reichweite mit ihren Fernkampfangriffen und man muss sich entscheiden, ob man eher dauernd austeilt oder auch mal blockt (Shift-Taste). Gerade bei Villains und Master Villains ist das Blocken überlebenswichtig, da sonst schnell bei einem aufgeladenen Angriff die halbe Gesundheitsleiste leidet. Ich finde die Kampfgeschwindigkeit einen Tick zu schnell, es kommt einem so vor wie dauerhaft bei PvP oder Raids zu spielen, selbst wenn man ganz normale Gegner angeht ist viel Konzentration und Umsicht erforderlich, weil man sonst sehr schnell durch Respawn oder herbeigelockte Gegner in Gegnermassen erstickt und unfreiwillig schnell am Startpunkt steht. Über höhere Kampftaktiken und Kombos kann ich noch keine Aussage treffen, einige Klassenbeschreibungen lesen sich so, dass es Unterstützer, reine DD, Tanks und dergleichen gibt. Das Spiel lässt sich aber sehr gut solo spielen zur Zeit, bis auf reine Gruppenquests.
Spieler mit Macht-Klasse können sogar die Umgebung einsetzen und wie der Hulk Autos, Straßenlaternen und andere Landschaftsobjekte zum Kampf einsetzen (Smash!).
Ding! Was nun? Die Fähigkeiten
Bei so vielen Superheldentypen ist die Breite an Fähigkeiten erst mal überwältigend, aber innerhalb des gewählten Typus überschaubar, man startet mit sehr wenigen Fertigkeiten und baut diese aus bzw. lernt alle paar Stufen mal eine neue hinzu. Der Ausbau erfolgt (wie sinnig) im Powerhouse, hier ist die bunte Schar der Spieler zur Zeit am Austesten der verschiedenen Fähigkeiten anzutreffen.
Der Charakteraufstieg ist dabei in folgende Blöcke unterteilt:
- Charakter-Werte (Stats)
- Grundfertigkeiten
- Reise-/Transportfertigkeiten
- Handwerk (Waffen, Mystik, Wissenschaft)
Durch das Hochleveln im Erfahrungspunktesystem, das vorwiegend Questgetrieben ist kann man alle paar Stufen einen Punkt in einem der drei Bereiche investieren (nicht frei wählbar, das Spiel gibt vor in welchem Bereich man ausbauen kann).
Am interessantesten ist nach der Anfangsstadt natürlich die spezifische Reisemethode. Hier stehen sehr viele verschiedene, altbekannte Verfahren zur Auswahl - für eine muss man sich entscheiden. Soll es der klassische Supermannflug sein? Iron Man-ähnliche Raketenstiefel oder ein Surfbrett auf/aus Eis, wie bei The Incredibles? Mein Charakter hat sich für Teleportation entschieden, wo man blitzschnell durch die Landschaft schwebt, fast wie ein Geist in WoW und dann an anderer Stelle erscheint.

Auch Spiderman-/Batman-Kabelschwinger oder superschnelle Läufer wurden gesichtet. Es ist wirklich dem Spieler selber überlassen, was er am liebsten hat, keine Restriktionen binden die Reisemethode an den Charakter. Sehr auf Roleplay bedachte Charaktere nehmen natürlich eine nahe liegende Transportart, also die fliegende Flamme für feuer wirkende Helden.
Technik
Das Spiel ist für meine Augen ein wenig anstrengend. Die Grafik ist sicher passend zum Heldenthema, Detailreichtum und Texturen sind ganz ok (aber nicht herausragend), Animationen in der Qualität zwischen WoW und LOTRO. Das Spiel lief bislang recht stabil, die Reaktionsgeschwindigkeit (für die Blockeinsätze sehr wichtig!) ist ok, aber nicht überragend schnell. WoW bleibt hier in Punkto Stabilität und Spielfluss weiterhin ungeschlagen für mich.
Erstes Fazit
Was bisher gesehen habe, gefällt mir. Die Open Beta ist noch Absturzgefährdet, nachdem ich in deutscher Sprache schnell den ersten Absturz hatte, schaltete das Spiel auf englisch um. Der Kampf ist mir manchmal zu hektisch, dagegen ist WoW gemächlich und LOTRO (meistens) ein Sonntagsspaziergang. Die Gegner greifen mir zu viel an, aus zu großer Reichweite, so dass man sich schwer einzelne Gegner oder isolierte Gruppen herauspicken kann. Die Community bildet sich noch, da lässt sich keine Aussage treffen, aber die Lol's und ROFL's im Chat bleiben bislang aus, auch die Charakternamen und deren Aussehen sind zur Zeit eher mit viel Liebe gemacht.
Wer ein Faible für Superhelden und einen ganz guten PC hat, sollte mal Probe spielen, es ist keine totale Abkehr von den vertrauten Spielweisen, aber eine frische Umgebung.




1 Kommentar:
Hallo Thomas,
immer wieder schön, deine Blogeinträge zu lesen. Champions Online werde ich, nach deinem tollen ersten Eindrücken, wohll jetzt auch einmal antesten.
Mach weiter so!
Viele Grüße
Tim
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