Donnerstag, 29. März 2007

Crafting-Ideen

Wer kennt das nicht? Man durchstöbert das Auktionshaus, sucht nach bestimmten Ausrüstungsgegenständen, die „generische“ Attribute besitzen (… des Adlers = +Ausdauer + Intelligenz, … des Propheten = + Intelligenz + Willenskraft + Heilung usw.) doch leider ist nichts da. Demgegenüber steht das Crafting, das mit einer Reihe vorgefertigter Rezepte aufwartet, die aber keinesfalls variabel sind. Die Qualität der Craftingrezepte steigert sich mit höheren Stufen nur insoweit, als dass von Designern fest vorgegebene Rezepte mehr Stats besitzen (statt +10 Ausdauer nun +20 Ausdauer usw.) oder besonders begehrte Eigenschaften kombinieren.

Einige Rezepte werden immer besonders nachgefragt (in der Zeit der Twink-Schurkenschwemme bei WOW waren z.B. Teufelssauerier-Rüstungen sehr beliebt), andere erleben ein Schattendasein und werden ausschließlich gefertigt, um in der Handwerkskunst weiter voran zu kommen.

Auch wenn das Craftingsystem bei LOTRO und WOW recht ähnlich ist, echte Fortschritte bieten beide Systeme nicht. Das Crafting-System von LOTRO gefällt mir mit seinem Ansatz der kombinierten Berufe sehr gut, auch die Wahl zwischen schneller Progression und Expertise.



Man kann verschiedene Stufen erreichen, vom Anfänger zum Gesellen usw. und innerhalb der Stufe einen höheren Perfektionsgrad erreichen. Zusätzlich gibt es noch Methoden, das Ergebnis der eigenen Handwerkskunst zu steigern, z.B. einen Veredelungszusatz hinzuzufügen, der sozusagen einen „kritischen Erfolg“ erzielt und den Gegenstand auf seiner Stufe mit hervorragenden Eigenschaften versieht.

Was ich mir manchmal wünschen würde, wäre etwas mehr Flexibilität im Craftingsystem. Ein Schmied sollte in der Lage sein, mit seinem Wissen aus verschiedenen Designs, Qualitäten und Eigenschaften zu wählen, statt diese alle in einem Paket zu bekommen. Der Handwerker könnte sich für ein Grunddesign entscheiden, welches dann nur eine gewisse Auswahl an Qualitäten beinhaltet und diese wiederum bestimmen dann die Statistiken des gewählten Objekts.

Beispiel:
Der erfahrene Schmied möchte ein Schwert erstellen. Es soll in der Art der Schwerter von Gondor gefertigt werden (Design). Die Schwerter von Gondor verlangten alle nach Stahl oder einem besseren Werkstoff, versuchte man, sie aus Bronze oder Eisen herzustellen, so würde dies aufgrund ihrer filigranen Struktur nicht gehen. Der Schmied wollte ein besonderes Schwert schaffen, deswegen setzte er nicht normalen Stahl ein, sondern veredelte ihn zusätzlich noch mit feinem Kohlenstaub, den er in einer geheimen Schmiede tief in der versunkenen Zwergenstadt Khûl-Gruzdim fand. Zu guter letzt sprach er noch eines der geheiligten Gebete, die nur von Meister zu Schüler weitergegeben werden durften, um dem Schwert besondere Eigenschaften zu verleihen.

Schwert > Einhänder nach Gondor-Art > Stahl + magischer Kohlenstaub > Gebet der Kraft = Feiner Stahl-Einhänder nach Gondor-Art, Stärke +25, Schaden 25-40

Demgegenüber ein einfacheres Schwert nach ähnlichem Strickmuster:

Schwert > Einhänder nach Gondor-Art > Stahl > Gebet der geringeren Kraft = Stahl-Einhänder nach Gondor-Art, Stärke +12, Schaden 20-35

Solch eine erhöhte Flexibilität beim Crafting wäre sicher mal interessant. Allerdings sehe ich auch die Nachteile, weil sicher viele Spieler dazu tendieren würden, ausschließlich das beste Material zu kombinieren. WoW bringt diese Idee im Ansatz, indem sie frei zugängliche Rezepte eingeführt haben (für alle Waffenarten und Rüstungen), die man mit hochwertigeren Materialien „upgraden“ kann.

Mittwoch, 28. März 2007

XBOX 360 – Ghost Recon Advanced Warfighter (GRAW)

Neben dem PC spiele ich ab und an mal ganz gerne auf der Couch am Fernseher. Die XBOX 360 steht seit ca. einem halben Jahr bei mir und ist meine erste Konsole, die ich je gekauft habe. Mich reizte einfach die Vorstellung, mal Spiele einfach nur zu starten und ohne irgendwelche Bugs, Patches, Treiberprobleme und dergleichen (die typischen Schattenseiten des PCs) Spiele zu spielen, zusammen mit einem fantastischen Sound per Surroundanlage.

Neben Oblivion, Tomb Raider Legend und Lego Star Wars II steht seit ein paar Wochen GRAW in meinem Schrank. Die PC Version hat ja erstaunlicherweise gegenüber der XBOX 360 Version zurückstecken müssen, was Funktionalität und Umfang betrifft, z.B. werden die Videoeinblendungen des HUD nicht als Bild sondern als Drahtgitter gezeigt – dann könnte man das auch gleich ganz lassen.

Da ich schon immer ganz gerne mal Taktikshooter wie Rainbow: Six gespielt habe, war GRAW die logische Wahl, zumal es jetzt als Budgetversion erschienen ist (27 Euro vs. 55 Euro zu Verkaufsbeginn sprechen eine deutliche Sprache). Das Spiel ist nett aufgemacht, hat aber seine Tücken. Eine der nervigsten Punkte bei Konsolen sind die Speicherpunkte. Ich verstehe diese Unart nicht, dass man Spieler mit Speicherpunkten quält. Was soll das? Immerhin gibt es meistens genug und fair verteilte Speicherpunkte.

Im Spiel selber geht es um eine Krise in Mexiko, bei der der amerikanische und mexikanische Präsident zwischen die Fronten von Rebellen geraten und das Eliteteam Ghost Recon die glühenden Kohlen aus dem Feuer holen muss. Dabei sind die Level trotz der Stadtumgebung recht linear angelegt, auch wenn sie mehr Freiheit bieten als manch ein Shooter. Ein Ortungssystem weist immer den Weg zu einem neuen Zwischenziel, das man erreichen muss und geskriptete Events (einfahrende Panzer, Helikopterangriffe, Wellen von Gegnern) sorgen für Überraschungsmomente. Der Soldat den man selber steuert, Cpt. Mitchell, wird aus der Schulterperspektive gezeigt, was gerade an Ecken für einen Sichtvorteil sorgt, da man um Ecken schauen kann, die er eigentlich gar nicht einblicken könnte. Hin und wieder gibt es unfaire Momente, wenn ein Scharfschütze aus 300 Meter Entfernung nichts anderes macht, als genau durch den kleinen Spalt zu schießen, den man selber betritt. Das Team, das man steuert, besitzt teilweise gutes, teilweise schlechtes programmiertes Verhalten. In vielen Missionen muss man „selber ran“ um die Lage zu retten. Das Tolle ist, dass das Team eigentlich nicht sterben kann. Selbst wenn sie niedergeschossen worden sind, kann man ein Teammitglied immer noch durch Erste Hilfe retten. Zwar ist sein Gesundheitszustand dann rot, aber der Knabe ist immer noch bereit, zu schießen. Wird man selber mehrere Male getroffen, wechselt die Gesundheitsanzeige von grün über gelb nach rot und ein weiterer Treffer bedeutet das aus, da die Kameraden leider völlig planlos ohne die eigene Führung sind und keiner Erste Hilfe beherrscht. Das macht teilweise das Retten der Teammitglieder schwierig, da man unter Feindfeuer steht, so dass man gezwungen ist, erst die Gegner zu neutralisieren, bevor man das Team rettet (man kann die Teammitglieder nicht in Deckung ziehen um sie sicher zu versorgen).

Der Schwierigkeitsgrad steigt im Spiel zunehmend an, meist steht man in einem Level Dutzenden Soldaten in Kleingruppen und/oder gepanzerten Fahrzeugen gegenüber, die Verhältniszahlen des Teams vs. der gesamten Gegneranzahl im Level sind ziemlich unrealistisch. Neben den Ghosts kann man auch weitere militärische Einheiten steuern, je nach Mission sind das Aufklärungsdrohnen (sehr praktisch), Stryker-Schützenpanzer, Abrams-Panzer und auch Apache-Hubschrauber. Diese besitzen nur rudimentäre Verhaltensweisen („Sir, weisen Sie mir bitte ein Ziel zu, sonst kann ich nicht schießen!“) und Feuerkraft sowie Kampfmöglichkeiten entsprechen nicht dem militärischen Vorbild (der Apache-Hubschrauber kreist sicher nicht 20 Meter über den Köpfen der Schützenpanzer und wartet, bis das Bodenteam ihm endlich ein Ziel zuweist). Gerne genommen auch mein Steuerungsfehler, aus Versehen das Ghost-Team auf den Panzer zu schicken, weil ich wieder vergessen habe, zwischen Ghost-Team und eigenem Panzer umzuschalten.

Grafik und Sound sind sehr gut und realistisch, die Animation teilweise klasse (aus dem Lauf in die liegende Haltung springen, um Ecken luschern) teilweise merkwürdig (die ruckende Laufhaltung sieht komisch aus). Die Gegner-KI ist auch durchwachsen. Manchmal wird man aus 5 Meter Entfernung nicht getroffen, manchmal stürmt der gegnerische Skriptsoldat in den Raum und zielt sicher auf den Spieler, was eine Mission sofort beendet.

Alles in allem ist Ghost Recon ein sehr schönes und taktisch mittelmäßig anspruchsvolles Spiel, das sich mit dem Gamepad meist recht gut steuern lässt. Es verlangt aber schon recht viel Übung, die schnell laufenden Gegner mit dem kleinen Joystick links ins Ziel zu bekommen. Zum Glück gibt es unterstützende Zielfunktionen (linker Abzug).

Montag, 26. März 2007

LOTRO Preorder

Kaum ist sie da, ist sie weg. Die LOTRO Preorder ist bei Amazon.de schon wieder ausverkauft. Kein Wunder, da man mit der kaum was falsch machen konnte. Für den gleichen Preis wie das Hauptspiel 10 Tage früher ins Spiel und auch noch das Gründerangebot dazu. Eine tolle Kombi. Seit vorgestern liegt die bei uns zu Hause, Client ist frisch installiert und der Codemasters-Account ist angelegt. Der Hobbitbarde wartet sehnsüchtig auf seinen Start in der tollen Welt. Einige Mitgildies in WOW wollen ebenfalls auf einem Server mitspielen. Bei den meisten (wie auch mir) ist aber WOW weiterhin der Schwerpunkt.

Das Gründerangebot ist vom Businessmodell eine der cleversten Ideen die ich seit langem gesehen habe. Zinslos holt man sich 150 Euro vom Spieler und sicher sich so auf einen Schlag die Monatsgebühren von ca. 1 Jahr. Nehmen wir mal an, das Spiel kostet 13 Euro im Monat, dann reichen die 150 Euro für 12 Monate. Der Spielehersteller schwimmt (!) in Liquidität und kann seine Server-Infrastruktur auf einen Schlag ordentlich anpassen, das Team vergrößern und so neue Inhalte schaffen. Ich bin mal gespannt, ob Turbine/Codemasters die Addons, also die neuen Gebiete als Patch oder als kostenpflichtiges Addon (~25 - 30 Euro) anbieten wird. Überspannen dürfen sie den Bogen nicht, da es neben den Gründern auch noch eine Menge von Leuten geben wird, die das Abo per Gamecard oder Monatsüberweisung bezahlen werden.

Bei WoW stelle ich mir Erweiterungen einigermaßen schwierig vor. Wie will man inhaltlich die Scherbenwelt noch steigern, wenn da jetzt schon schwebende Raumschiff-Inseln und die Brennende Legion Einzug halten? Mal ganz im Ernst, wie soll Northrend mit Arthas da mithalten können? Wir hatten schon schwebende Zitadellen (Naxxramas), Insektentunnel im Sand der Wüste (Ahn'Qiraj), schwebende Inseln (Scherbenwelt), Zeitreisen (Höhlen der Zeit) und, und und. Da bin ich wirklich mal gespannt, ob sie den "Abgefahrenheitsgrad" weiter in die Höhe treiben oder wieder etwas mehr auf den Boden der Tatsachen zurückkehren (Hauptsache, zum Start des nächsten Addons/Megapatches gibt es wieder einen Worldevent, der an einer Stelle der Karte stattfindet und den Server abstürzen lässt) .

In LOTRO, Herr der Ringe Online, wird jede Erweiterung uns näher an Mordor heranbringen. Die Landschaft wird zunehmend ungemütlicher werden, die Burgen und Festungen der Gegner bizarrer und die Stätten der Freien Völker (Gondor) immer prächtiger. Ich bin auf jeden Fall motiviert, zu sehen, wie das ganze ausgehen wird. Die Gründer-Mitgliedschaft wird das ermöglichen, denn ich kann auch in 3 Jahren noch nach dem Rechten sehen, ohne großartige Folgekosten bedenken zu müssen. Tolle Idee!

Sonntag, 25. März 2007

Quo vadis - Welche Klasse spielt man am besten?

Wenn man ein neues Spiel startet oder einen zweiten Charakter beginnt, stellt sich häufig die Frage: Welche Klasse nehme ich? Bei World of Warcraft obsiegten bei mir mehrere Gründe, weswegen ich einen Zwergen-Jäger spielen wollte. Erstens spiele ich schon immer gerne Zwerge. Die grummelige Art spiegelt ganz gut wieder, was ich an einem Spielcharakter mag. Zudem möchte ich etwas anderes sein als ein Mensch. Mensch bin ich 24 Stunden am Tag. In den Spielen möchte ich möglichst etwas Fremdes versuchen und mich in eine andere Rolle hineinzuversetzen. Bei Oblivion zum Beispiel wählte ich einen Khajit, eine Art Löwenwesen. Mich reizt das Neue, andere an der Fremdartigkeit. Der Jäger war neben der Art und Weise, wie er angekündigt wurde (Fernkämpfer, spielt nicht in vorderster Front mit) schon in der engeren Auswahl aber besonders hat mich das Introvideo beeindruckt, in dem ein störrischer Zwerg mit seinem treuen Bärenbegleiter, der so herrlich röhrt, durch den Schnee stapft. Das haben übrigens auch einige Mitspieler in meiner Gilde (ebenfalls Zwergen-Jäger) bestätigt, dass dieses Bild für sie sehr entscheidend war.

Nun, das war der erste Charakter, den ich gewählt habe. Ich lese ja bekanntermaßen das Blog von Tobold sehr gerne, der mal berichtet hat, dass er vorwiegend Heiler spielt. Warum hat er diese Motivation? Er sagt, dass in MMOPGs die Heiler generell etwas unterbesetzt sind und demzufolge er recht sicher in eine Gruppe eingeladen wird. In WOW haben meine Frau (Hexenmeister) und ich trotzdem viel Spaß an unseren Charakteren. Was ich aber bemerkenswert finde, sind die Paare, die eine Krieger/Heiler-Kombination spielen. Diese haben nämlich nicht das Kernproblem von Instanzen: „Heiler und Tank für XYZ gesucht, dann kann es los gehen“.

Es ist bei einem Neustart eines Spiels immer schwer, zu erkennen, welche Klasse später am besten zurechtkommt, zumal kurzfristige Hochphasen (Klasse XYZ ist in bestimmten Phasen des Spiels auf einmal entscheidend oder verursacht besonders viel Schaden) viele Spieler zu Neidkommentaren veranlassen oder sogar beeinflussen, einen neuen Zweitcharakter zu spielen, in der Hoffnung, auf der Welle des Erfolgs mitzuschwimmen. Die Spielhersteller und Designer erkennen Ungleichgewichte recht schnell und beseitigen diese auch.

In dem bald startenden LOTRO (Herr der Ringe Online) ist es sehr wahrscheinlich, dass wir auch eine ähnliche Kombination wählen werden. In LOTRO ist der typische Krieger aus WoW der Wächter. Ein Defensivcharakter, der viel einstecken kann und das Bollwerk einer Gruppe gegen Feinde darstellt. Meine Wahl wird vermutlich auf die Klasse fallen, welche in LOTRO die Moral der Gruppe heben soll: Der Barde. Diese Klasse fand ich auch schon in anderen Rollenspielen interessant, am besten immer mit einem schurkischen Einschlag.

Im Solospiel ist es hingegen eher so, dass die meisten Spieler eine Kombination aus schwer gepanzerten und gleichzeitig leicht magischen Charakteren spielen wollen, der klassische Paladin wird so geboren. Ich glaube auch, dass gerade die Wechselspieler vom Solo- zum ersten MMOPG-Spiel sich aus diesem Grund für einen Paladin entschieden haben. Ebenfalls die Spieler aus Diablo 2, wo der Paladin ebenfalls ein glänzender Solo- und Gruppencharakter darstellte. Blizzard drängte den Paladin in den Raidinstanzen leider in eine sehr einseitige, aber wichtige Rolle: Die des Heilers. Genau diese Rollenfixierung (unterstrichen durch die einseitig auf Heilung ausgerichtete Tier 1, Tier 2 und Tier 3 Raidausrüstung) trieb viele Spieler, die ehemals Paladine spielten, bei Neuanfang eines Zweitcharakters in andere Rollen (Wechsel zur Schadensklasse). Dennoch, viele Spieler bei uns in der Gilde blieben ihrem Paladin (oder der Paladina) treu und Blizzard hatte auch ein Einsehen in die Klasse und ihre Vielfältigkeit, was zu einer breiteren Wahl an Ausrüstung führte.

Interessant finde ich es immer, mir anzuschauen, welche Spieler was für einen Zweitcharakter erstellen. Selten gibt es Spieler, die sehr ausgewogen auf Klassen achten. Spieler mit klassischer Damage Dealer-Grundeinstellung wählen meist ähnliche Archetypen (Schurken, Magier, ...) während eher unterstützend eingestellte Spieler einen Charakter starten, der im Gruppenspiel am besten zurechtkommt (Krieger/Wächter, Paladin, Heiler...).

Angesichts der vielen Faktoren, die bei der Klassenwahl hineinspielen, ist es manchmal gar nicht so leicht, seine Wahl zu treffen. Am besten ist es wohl, wenn man sich für die Klasse entscheidet, die einem wirklich liegt, wo man das beste Spielgefühl hat. Nur so schützt man sich langfristig vor Frust und Unlust.

Freitag, 23. März 2007

Zum Wochenende

Dieses Wochenende komme ich dem Ziel des Karazhan-Zugangs wieder ein wenig näher. Während andere Spieler meiner Gilde (2 Gruppen schon) ihren 2. Durchgang haben, sehe ich Karazhan wohl erst in einer Woche oder so. Ich bin mal gespannt, ein komisches Gefühl ist das schon, mal eine Raidinstanz nicht als Raidleiter zuerst anzugehen. Aber andererseits war es mit WoW Classic auch nicht anders. Meine Frau und ich haben uns da richtig lange Zeit gelassen, die Quests und die Landschaft zu erkunden, alles zu machen und erst sehr spät mit UBRS und den damaligen Endgame 5er Dungeons zu beginnen. Eine MC Truppe auf die Beine zu stellen war noch aufwändiger.

Was mich zu Thema des heutigen Blogs bringt. Dieses Wochenende wollen wir mal ein wenig den Spaßfaktor des Stufe 70 Daseins vorantreiben. Wir gehen als kleine Gruppe (5 oder so) zu Onyxia und wollen mal schauen, ob wir das schaffen. Welt-Highlight ist glaube ich eine Gruppe von 3 Spielern (Krieger, Paladin, Jäger). Und das mit Stufe 60 damals, in Tier 3 Ausrüstung. Wahnsinn. Wir gehen da gemütlich ran, die Standardbuffs und die hohe Ausdauer sollten eigentlich dafür sorgen, dass wir das Ganze problemlos über die Runden bringen.

Dank eines schnellen Einsehens von Blizzard ist jetzt auch der für uns vermutlich erste 25er Raid „Gruuls Lair“ mit „Gruul dem Drachentöter“ zugänglicher. Er soll in seiner Lebensenergie und seinem Schaden drastisch reduziert worden sein. Nun weinen die Hardcoregilden, die zuvor etliche Stunden in ihre Wachstumshormone (vulgo „potten“ genannt) und Dutzende Übungs- und Fehlversuche gesteckt haben, dass dieser wunderbare Spielinhalt auch für Normalspieler zugänglich gemacht wurde. Es ist jedes Mal die gleiche Geschichte. Blizzard designt die Spielinhalt zuerst so schwer, dass nur spielsüchtige Fanatiker (Nihilum, Death and Taxes und co) es schaffen können, weil hunderte Stunden an Zeit investieren und gnadenlos Mitglieder rauswerfen, die den höchsten Standards nicht gerecht werden, dann wird der Kampf peu a peu für die breite Masse zugänglich gemacht. Beispiele? Onyxia, Ragnaros, Chromaggus, C’thun, jetzt Nightbane, Gronn usw. usw. Finde ich immer wieder drollig, dass dieses Schema nicht schon in Fleisch und Blut übergeht. Wartet man 2-3 Monate länger, ist die Instanz auf einmal vernünftig spielbar und die „Progilden“ konnten ihren epeen (World First, Europe First, Server First usw. usw.) streicheln. Köstlich. Mich stört das nicht, ich muss nur den richtigen Zeitpunkt abpassen, wann es für unsere Gilde „so weit“ ist, dass wir solche Spielinhalte angehen können.

Kleine Info zu LOTRO: Amazon hat mir die LOTRO Preorder „zugeschickt“. Da bin ich mal gespannt, wie das wird. Offizieller Spielstart soll ja 26. April sein, Preorder-Spieler 10 Tage vorher, also am 16. April. Vermutlich kollabiert der Server gleich am ersten Tag.

Donnerstag, 22. März 2007

Die Burning Crusade Dungeon-Struktur

Erinnerung vergoldet. Diesen Ausspruch habe ich einmal vor ein paar Jahren aufgeschnappt. Was mir an diesen zwei Wörtern so gefällt ist die Idee, dass das gerne gesagte „früher war es besser“ durch die Bedeutung des Wortes vergoldet einen sarkastischen Unterton bekommt. War es früher besser?

Manchmal mag ich es glauben, wenn ich das WoW Addon betrachte. Sicher, mein Charakter hat neue Herausforderungen, mehr Kampfkraft als früher und auch die Werte meines treuen Begleiters sind deutlich besser geworden. Was mir vor einem Monat ziemlich negativ aufgefallen ist, war das auf www.worldofraids.com gepostete Schema für den Zugang zu den diversen Instanzendungeons von BC.

Nach glatt einem Monat hat sogar der Erfinder dieser komplizierten Kette von Quests und erledigten Dungeons, Blizzard, ein Einsehen mit der nicht-Elite gehabt und kommt auf die Idee, dem Volk eine Zugangskarte zu präsentieren. Diese ist gar nicht mal so schlecht gemacht. Immerhin die erste ihrer Art, wer in WoW Classic die Zugänge zu Onyxia, Pechschwingenhort und dergleichen als erster finden musste, war sicher einige Zeit unterwegs (ich denke da an die doch recht entlegene Position von Haleh in Winterspring).

Das Einzige, was mich immer noch stört an dieser Idee, die Blizzard da eingefallen ist, ist der Umstand, dass die interessanteren Raidinstanzen zwingend den Durchlauf der heroischen Instanzen benötigen. Wie schön war es in WoW Classic, durch eine einzelne Questreihe oder einen einzigen UBRS-Durchlauf die Zugangsmöglichkeit zu schaffen. In den späteren hohen Raid-Instanzen werden die Spieler so gezwungen, mehr oder minder mit ihrem einzelnen Hauptcharakter zu spielen, es ist kaum möglich, Flexibilität zu schaffen. War es in MC, PSH und sogar AQ möglich, „mal eben“ mit einem Twink umzuwechseln, um z.B. fehlenden Krieger oder Heiler zu kompensieren, so ist das nicht mehr möglich. Wenn 2 Spieler einer 25 Mann Raidgruppe ausfallen, fällt der ganze Abend ins Wasser. Allerdings erspart man sich so auch wieder die leidige Twink-Loot-Diskussion. Dennoch, wenn sich ein Spieler einer Kernklasse entschließt, mit WoW aufzuhören oder zu pausieren, so hinterlässt er ein Loch, das eben nicht an einem Tag zu schließen ist (anders als in MC oder PSH).

Ist das gut?

Mittwoch, 21. März 2007

Stufe 70 erreicht – was nun?

Stufe 70 erreicht – was nun?

Nach zwei Monaten (und längerer berufsbedingter Pause) habe ich mit meinem Char die finale Stufe erreicht, die in Burning Crusade möglich ist. Auch mein Hauptpet (Bär Petzi) ist im Kreise der 70er angekommen. Die Masse der Stufenanstiege haben meine Frau und ich mit Quests und den dazugehörigen Kämpfen gegen Monster und Gegner geschafft. Nun haben wir noch zwei Regionen offen, die wir noch nicht vollends durchquestet haben (Schattenmondtal und Nethersturm). Natürlich war eine unserer ersten Handlungen, dass wir uns mit 70 das neue Flugmount geholt haben. Zwar reicht das Gold noch nicht für die epische Variante, aber das normale tut es auch erst einmal. Damit sind wir in den alten Regionen der Scherbenwelt in die für Spieler ohne Flugtier nicht zugänglichen Bereiche geflogen und haben alles erst einmal erkundet. Das waren 2-3 Stunden voller Freude und Spass, auch die neuen Regionen (Nethersturm) sind durch das Flugtier deutlich attraktiver geworden.

Mit Freunden in der Gilde zusammen arbeiten wir uns jetzt durch die verschiedenen Schlüsselfragmente von Karazhan durch. Die Instanzen, die wir jetzt besucht haben, sind alle sehr nett, mir gefallen die Auchindon-Instanzen sehr gut. Schön einfach gestrickt, linear und nette Gegner (besonders der Kampf gegen Murmur und Großmeister Vorpil im Schattenlabyrinth sind spassig).

Parallel geht es in der Zeit zwischen den Instanzen, wo wir gerade keine Quests mehr machen, daran, bei einigen Fraktionen Ruf zu schinden. Dazu bieten sich die Sporeggar an, sowie die Aldor, für die man diverse Dämonen-Male abgeben muss. Ein netter Zeitvertreib und es erinnert uns an das „klasssische“ WOW, wo man Stunden in Silithus oder in den östlichen Pestländern zubrachte, um Texte oder Geißelsteine zu farmen.

Meine Befürchtung ist allerdings, dass wir ab dem Zeitpunkt, wo wir mit unseren Hauptchars alle Quests erledigt haben, nur noch in den Instanzen spielen können. Ab dem Moment werde ich mein Engagement der Hauptchars deutlich zurückfahren und auf die Nebenchars (Twinks) umsteigen. Ich würde gerne meine beiden weiteren Charaktere (60 Schurke und 48 Priester) auf 70 bringen um mehr Flexibilität zu haben.

Das alles wird mich sicher bis zum Ende des Jahres auf Trab halten. Unsere Gilde wird dann auch bestimmt die verschiedensten Raidinstanzen angehen, wobei das nach meiner Einschätzung nach weniger und weniger Spieler motivieren wird. Je weiter das Jahr voran schreitet, desto eher wird am Horizont eine neue Erweiterung kommen. Angesichts der ernsthaften Konkurrent dieses Jahr (LOTRO – Herr der Ringe Online, Warhammer Online und Age of Conan; Vanguard wird wohl nicht allzu viele WoW-Spieler abziehen) wird Blizzard in Zugzwang kommen, bereits zum Herbst ein neues Addon anzukündigen, das Anfang 2008 erscheint. Sie hatten ja in Interviews angekündigt, dass sie jedes Jahr ein neues Addon herausgeben wollen. Warten wir mal ab, denn wenn das Addon zu früh kommt, wird sich kaum einer mehr motivieren, in Raidinstanzen zu spielen sondern statt dessen twinken, WoW weniger spielen bzw. Account kündigen. Oder zur Konkurrenz wechseln, wenn mal wieder Saure-Gurken-Zeit bei WoW angesagt ist.