Mittwoch, 24. Juni 2009

Der Einzug neuer Hardware ins Wohnzimmer

In diesem Artikel widme ich mich dem Phänomen der letzten 2 Jahre, dass immer ausgefeiltere Hardware das Wohnzimmer betritt. Meine Frau und ich sind selber dabei, diesem Trend zu folgen. Welche Eingabegeräte haben Spielehersteller noch für uns in petto in den nächsten Jahren? Ich stelle mal die interessantesten vor.

Jump, jump, Revolucione!
Die neben Joysticks ersten externen Spielegeräte, die Konsolen einen Besonderheitsstatus gaben, waren die Tanzmatten von Dance Dance Revolution. Was in den Arkaden startete und zu höchst artistischen und sicher enorm schweißtreibenden Tanzperformances von Leuten führte, ließ sich mit einer Plastikmatte relativ leicht ins Wohnzimmer überführen. Das Prinzip ist einfach. Auf dem Monitor regnen Pfeile herunter, die der Spieler auf der Tanzmatte mit den Füßen (oder Händen) nachtanzen muss. Je schneller die Pfeile herunterfallen, desto schneller müssen die Bewegungen kommen, was nachher in schnelle shuffles, steps und glides umgesetzt werden muss.


Ahh, du hast dein eigenes Lichtschwert gebaut. Bemerkenswert, höchst bemerkenswert!
Wer das erste Mal die Wii Controller, die sogenannten Wii Mote und Nunchuck in der Hand hält, fühlt sich ein wenig wie Machtjünger Luke Skywalker. Eine Fernbedienung, mit Hilfe der man durch Körper- und Handgelenkbewegung die Spielfiguren steuert, verlässt die gängigen Konventionen von funkgesteuerten Controllern wie dem der XBOX. Alleine die Neuartigkeit, verbunden mit perfekt auf das Eingabegerät und die neue Zielgrupe abgestimmten Games (Wii Sport) sicherte Nintendo einen Quantensprung nach vorne. Bei allen periodisch auftretenden Ungenauigkeiten - die Paddel machen Spaß und die Spielehersteller nutzen sie auf allerbeste Art und Weise. Das fantastische Werbevideo von Wario Land Shake it ist nur ein Beispiel dafür. Andere Beispiele sind Spiele wie Endless Ocean, in der man einen Taucher unter Wasser intuitiv steuert oder Deadly Creatures, einem Spinnen- und Skorpionactionspiel, bei der das Schütteln und Bewegen der Wii Mote entsprechende Angriffshandlungen bewirkt.

Rock, baby!
Jeder kommt sich ein wenig dämlich vor, eine ca. 75cm lange Plastikgitarre mit 5 farbigen Tasten in der Hand zu halten und im Wohnzimmer abzurocken. Doch der Spaßfaktor von Guitar Hero war ungeschlagen hoch. Das simple und bewährte Kernprinzip von Dance Dance Revolution nutzend, darf der Spieler hier auf einem Art Fließband heranfahrende farbige Punkte mit der korrespondierenden Taste auf dem Gitarrenhals anschlagen. Je schneller und komplexer die Noten des Stückes sind, desto aufwändiger wird das Spiel. Eine Erweiterung des Spielsystems auf eine komplette Rock Band mit Sänger, Schlagzeug und bis zu 2 Gitarren folgte sowohl von Activision (Guitar Hero World Tour) als auch Electronic Arts (Rock Band). Der Spaßfaktor nach einigen Trainings ist sehr groß und die Songs motivieren zum Üben, wer Rockmusik ansatzweise mag und ein wenig leidensfähig ist (ein wenig Taubheit in den Fingerspitzen nach ein paar Sessions scheinen dazuzugehören), der hat hier viel Spaß.

Hula Hoop, Baby.
Die Wii hatte sich einen guten Namen gemacht und daher verwundert es nicht, dass weitere Zusatzgeräte erscheinen würden.Das Balance Board, eine Mischung aus Waage und 4 Sektoren Gewichtsverteilungssensor wurde für eine Reihe von Sportübungen, insbesondere Yoga, eingeführt. Das Brett dazu misst die Schwankungen, die Gewichtsverteilung und Bewegung und ermittelt dadurch, ob der Spieler die Übung richtig macht. Eines der besten Verkaufsargumente lieferte folgendes Video...

Ride, dude, ride.
Wer Skateboardspiele mag, wird feststellen, dass das Balance Board der Wii Fit auch als Unterbau für einige andere Spiele einsetzbar ist. Neben EA Active Sports, wo das Board dem gleichen Zweck dient wie in Wii Fit, nutzt auch Skate It die Fitnesswaage als Eingabegerät.

Als neueste Ergänzung liefert der Guitar Hero Hersteller Activision nun die lang ersehnte ultimative Steuerungsmethode für die Tony Hawk Skateboard Szene. In Tony Hawk Ride gibt es einen Controller, der wie ein Skateboard geformt ist und durch die entsprechenden Körperbewegungen das Spiel steuert. Das Spiel ist linearer als die bisherigen Spiele und ermöglicht es so den Designern, den Spieler an das Board heranzuführen.

Ich selbst bin nicht der größte Freund des Skateboardens, daher werde ich mir keines der Spiele holen, bin aber interessiert, welche weiteren Ideen die Hersteller in petto haben, um das Spielen im Wohnzimmer mit neuen Eingabegeräten zu ermöglichen. Ach, da war doch was... Projekt Natal.

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