Sonntag, 6. April 2008

Typografie eines Spielers

Wenn ich manchmal im Berufsleben ein wenig durchscheinen lasse, dass ich begeisterter Computerspieler bin, dann ernte ich schon ungläubige Blicke. Mich verwundert dass immer, denn was ist am Spielen anders als am Konsum von TV Serien oder schlechten Romanen? Nichts, außer dass ich in Spielen eine deutlich aktivere Rolle einnehmen kann. Unser ältester Gildenspieler ist 70 Jahre alt. Er spielt mehr an Raids mit als ich (der Glückliche hat halt mehr Zeit). Heroische Instanz als Heiler? Er ist dabei. Damit will ich ausdrücken, dass Spielen jenseits der Altersgrenzen funktioniert.

Electronic Arts hat eine sehr interessante Studie zu Spielern herausgebracht (EA-Studien Band 4: Spielplatz Deutschland - Typologie der Computer- Und Videospieler; Demografie, Freizeit, Konsum; Potenziale des In-Game-Advertising). Keineswegs dominiert der 20jährige 24/7 Zocker, sondern die größten Marktanteile stellen die Freizeitspieler, die in WOW so verfemten "Casuals". Ich kann jedem Spieler, der sich ein wenig für solche Untersuchungen begeistert, die Studie ans Herz legen. Zentraler Punkt der Studie ist aber, wie man Werbung in Spielen machen kann. Denn wir Spieler konsumieren naturgemäß weniger Werbung als Zeitungsleser, Fernsehgucker und Kinozuschauer. Zudem sind viele Spieler mit gutem Einkommen ausgestattet, was wiederum für die Werbebranche attraktiv ist. Doch mit den klassischen Methoden erreicht man sie nicht mehr. Eine Konsequenz der Studie sollte aber auch sein, den Zielgruppen gerechte Spiele zu liefern. Spore statt Civilization oder Supreme Commander, Battlefield Heroes statt Battlefield 2. Und man darf den 5% der Hardcorezocker nicht zu viel Gehör schenken.

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