Den Hauptteil des Spiels bestreitet man als besagter Assassine Altair zur Zeit der Kreuzzüge. Nach einem ungeschickt beendeten Einsatz (Tutorial) verliert man seinen Rang als Meisterassassine und muss wieder ganz von vorne anfangen, ohne nennenswerte Waffen und Kenntnisse (ziemlich abstrus, dass der Meisterassassine auf einmal "vergisst", wie man bestimmte Manöver durchführt...). Der erste Einsatz nach ein paar Übungskämpfen gegen Ritter und weiteren Zwischensequenzen im Dorf der Meuchelmörderbande führt uns nach Damaskus. In einer anfangs nicht ganz frei bereitbaren Welt schlägt man sich nach Damaskus durch, das man anfangs nur in einem Viertel betreten darf.

Die Aufgaben des Assassinen werden von einem Kontaktmann erläutert. Man soll sich in den Vierteln der Stadt umsehen und erkunden, wie man am besten an sein erstes Ziel heran kommt. Dazu schleicht, springt, rennt und schubst man sich durch die Gassen, welche mit Dutzenden Passanten, Wachen und wichtigen NPCs gefüllt sind.

Das ist ein sehr reales Gefühl, wenn man sich auffällig verhält und die Passanten sagen: "Warum tut er das" oder einen bedrohen, wenn man sie heftig angerempelt hat. In einigen Gassen werden Bürger von Soldaten bedroht, hier hat man die Chance, Verbündete zu gewinnen. Flugs 3 bis 5 Gegner ausgeschaltet, was anfangs ein wenig Übung verlangt, später einigermaßen gut von der Hand geht, dann erscheinen Partisanen an der Ecke, die sich hilfreich in den Weg stellen.

Die Hauptaufgabe ist immer die gleiche: Auf in der Karte markierte Türme klettern, dort einen spektakulären Kameraschwenk-Rundumblick initiieren, dann von oben in einem Todessprung in einem Heuballen landen. Danach hat man die umliegenden Gassen erkundet und lernt mehr über sein Ziel. Genauso wichtig sind die (nervigen) Taschendiebstahlmissionen, weiterhin gibt es noch Belauschaktionen und Einschüchterungsangriffe mit der blanken Faust. Hat man genug davon gemeistert, darf man das Ziel des Meuchelmords angreifen. Hier beginnt eine spannende Verfolgungsstory, in der die vorher erwähnten Verbündeten hilfreich sind. Hat man sein Ziel ausgeschaltet, folgen weitere Aufträge. Dieses Muster wiederholt sich in weiteren Städten mit weiteren Auftragszielen immer wieder.

Die Grafik von Assassins Creed ist erstklassig, die trockene, aride Landschaft, die Dörfer und Städte sind fantastisch aufgebaut, die Passanten gibt es in vielen Kombinationen aus Kleidung und Figuren, so dass der Eindruck einer lebendigen Stadt entsteht. Die Gegner sind clever, gefährlich und agieren recht geschickt, indem sie dem flüchtenden Altair hinterherklettern.
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Der Sound ist ebenso gut, Gesprächsfetzen, Händler am Straßenrand und Kommentare zu den Aktionen von dem Assassinen sind allgegenwärtig und unterstützen den guten Eindruck der Grafik.
Mit der Steuerung hadere ich ein wenig, die Kämpfe sind mir zu fummelig, der Wechsel von Angriffen zu Blockmanövern erscheint mir wenig intuitiv, die Kamera spielt nicht immer so mit, wie ich will. Vor allem musste ich ziemlich umlernen, ist es bei Tomb Raider & Co. noch so, dass man für Sprünge jeweils zeitnah den Sprungbutton drückt, reicht es hier bei den "Free Runner" oder "Parcours" Aktionen über den Dächern häufig, nur Rennen + Beintaste (A) gedrückt zu halten und Altair macht die Kunststücke ganz alleine. Ungewohnt. Ich denke, wenn ich das Spiel ein paar mehr Stunden am Stück gespielt habe, ist der Gewöhnungseffekt größer.

Alles in allem macht es zur Zeit noch sehr viel Spass, auch wenn am Horizont schon der Wiederholungseffekt erkennbar ist: Turm erklimmen, Passanten belauschen/bestehlen, Bürger befreien, Mord verüben. Aber alles gefüllt mit einer sehr glaubhaften Atmosphäre, einem Nichtschwimmer-Held (ersäuft in 2m tiefem Wasser unter hilflosem Geplatsche) und einer interessanten übergeordneten Story.
Ich melde mich wieder, wenn ich das Spiel durch habe.
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