Als WoW startete, gab es ein todsicheres Ticket, um in Gruppeninstanzen und Raids geliebt zu werden: Spiele einen Defkrieger und einen Heiligpriester. Mittlerweile, 4 Jahre später, frage ich mich, wer noch freiwillig solch einen Charakter spielen will?
Defkrieger sind die ungeliebten Stiefkinder von WoW. Sie bekommen keine passende Ausrüstung in Schlachtfeldern oder Arena-PvP, wo jede andere Klasse sich prima ausrüsten kann. Ihr Schadensausstoß zum wichtigen Freilandfarmen ist nicht sehr beeindruckend und sie müssen sich sowohl in Randomgroups als auch in Gildengruppen mit "Damätsch" - geilen Spielern herumschlagen, und zusehen, wie die ersten DoTs auf dem Gegner landen, wo sie noch nicht mal einen Schlag gelandet haben. Als Furorkrieger ist der Schadensausstoß eher mau und die Aggrokontrolle noch mauer. Lediglich im PvP sind die Blechbüchsen einigermaßen nervig. Als Tanks haben Defkrieger lange Zeit die Fahne hochgehalten, dann erkannte Blizzard, dass Tankmangel herrschte. Statt den Defkrieger attraktiver zu machen, wurden flugs Paladine und Druiden dermaßen gestärkt, dass sie eine wirkliche Alternative im Tanken wurden. Die Hybriden, die ja eigentlich per Definition mittelmäßig in allen Sachen sein sollten, wurden wirklich gut. Wer einen Schutzpaladin in Mount Hyjal AoE-tanken erlebt hat, weiß, was ich meine.
Heiligpriester haben ein gleiches Schicksal. Waren einst Druiden und Paladine nur nette Sidekicks zu den wahren Meistern der Heilung, so ziehen gerade die Paladine links und rechts an den Heiligpriestern vorbei. In einem der letzten Raids ist mir das mal passiert, dass mein wirklich gut ausgestatteter Heiligpriester mal von einem Schutzpaladin in der Heilung überholt wurde. Und das, wo ich mich in allen 5er Instanzen und Karazhan stets an der Spitze wiederfand (in harter, aber freundlicher Konkurrenz mit einem anderen Heiligpaladin). Ich glaube, das war der Moment, wo ich ernsthaft die Lust verloren habe.
Jetzt kommen mit WotLK die beiden - meiner Meinung nach - Todesstöße für die oben genannte Kombination. Zuerst der Todesritter, der nach bisheriger Aussage in 5er und heroischen Instanzen genauso gut tanken können soll, wie ein Defkrieger oder Feraldruide, dann die fantastische Idee, dass die Ausrütstung von Castern nur noch einen Wert kennt: Zaubermacht. Nicht, dass Hexenmeister, Magier, Schattenpriester und Aggroeulen (Balance-Druiden) sich um das Zeug bislang prügelten, nein, jetzt dürfen die Heiligpriester noch mit um ein paar Krumen hoffen. War man früher vor dem Zugriff von immer gierigen Magiern sicher, weil jeder gebetsmühlenartig das Mantra herunterbot: "+Heilung ist für Priester, nicht für Magier" können jetzt alle Schranken der Zurückhaltung fallen gelassen werden. Ich glaube, ich werde meinen Priester zusammen mit der Defkriegerin meiner Frau dann nur noch in folgender Gruppenzusammenstellung spielen: Feraldruide, Schamane, Jäger...
WotLK sieht für mich immer mehr nach folgendem Spielverhalten aus: Oberwelt erkunden, mit ein paar Charakteren PvP machen für Ausrüstung und alle Jubeljahre mal einen Gildenrun nach Naxxramas machen um endlich die späteren Gegner mal zu sehen. Dann ausloggen und LOTRO spielen.
Schade, schade, schade. Ich freu mich immer weniger auf Lich King.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
1 Kommentar:
Hi,
dem kann ich nicht ganz zustimmen. Habe nach anfänglicher Skepsis meinen Def-Krieger inzwischen auf LVL 75 gebracht. Die Nachfrage als Tank ist auf Grund DK (neu) und Dudu,Pala (wie beschrieben) leider zurückgegangen, aber dafür ist der Schadensausput zum Leveln mehr als ausreichend (Schildschlag sei Dank & mehrere gute Stunneffekte machen das Leben viel leichter). Die Krönung war für mich seit langem mal wieder PVP (Warsong) mit meinem Nachtelf-Def-Warri. Eigentlich nur aus Langweile mal angemeldet, war ich echt begeistert. Keiner rechnet mit einem "Fahnenbewacher", der aus der Schattenhaftigkeit mit Sturmangriff und anschliessenden Stunns die Gegner echt alt aussehen lässt. Frühere Angstgegner Schurke, Hexer und Magier sind echt nur noch "Kanonenfutter".
Kommentar veröffentlichen