Der Kampf in Onlinespielen ist eine sehr wichtige Sache. Es gibt leider viel zu wenige MMOPG Spiele, wo der Kampf in den Hintergrund tritt und andere Spielelemente (Puzzles, Rätsel, Diplomatie, Handel, Politik, etc. etc.) wichtiger sind. Da nun einmal so vieles kampfbasiert ist, liegt der Hauptfokus der Spiele darauf. Das ist bei WOW nicht anders. Alles dreht sich primär um den Kampf. Ausrüstung? Verbessert die Charakterwerte, was den Charakter effektiver im Kampf macht als er früher war. Ganze Buchbände voller Forendiskussionen drehen sich nur um diesen Aspekt, welche Klasse wo mehr Schaden macht. Handwerk? Erschafft bis auf wenige Ausnahmen überwiegend weitere Ausrüstung die Heiler effektiv Wunden versorgen lässt oder Kriegern noch schärfere Schwerter in die Hand drückt.
Da der Kampf so eine wichtige Rolle einnimmt, möchte ich mal eine Neuerung vorstellen, die in LOTRO eingeführt wird. In WOW gibt es bereits ein paar Kampfsynergien, die aber eher subtil sind. Der Schurke kann z.B. mit einer geskillten Fähigkeit namens „Klinge drehen“ einen Gegner mit einer gewissen Chance betäuben, so dass dieser langsamer wird. Merkt ein Jäger das, so kann er mit einem „Sicheren Schuss“ mehr Schaden bewirken. Ähnlich die durch einen Schattenpriester ausgelöste Schattenverwundbarkeit, welche einem Hexenmeister die Möglichkeit gibt, Schattenbälle mit größerem Schaden zu wirken. In der Praxis geht das allerdings unter, da dermaßen viele Effekte auf einem Gegner liegen (sog. Debuffs), dass es nicht weiter auffällt. Zudem sind viele dieser Effekte bei Bosskämpfen nicht einsetzbar, da der Gegner gegen sehr viele Sachen immun ist. Im Prinzip macht es also keinen großen Unterschied, welche Art Schaden auf einen Gegner einprasselt, es sei denn dieser hat bestimmte Resistenzen / Immunitäten (z.B. Feuerschaden im Geschmolzenen Kern) oder verursacht bestimmte Effekte, die einigen Klassen das Leben schwer machen (z.B. AoE-Nahkampfschaden, der Schurken zu sehr heilintensiven Klassen macht gegenüber einem Fernkämpfer der praktisch unverletzt bleibt.
Für LOTRO haben sich die Designer etwas besonderes einfallen lassen, die sog. Conjunctions, zu deutsch Gefährtenmanöver. Eine Gefährtengruppe kann aus bis zu sechs Spielercharakteren bestehen, welche gemeinsam gegen schwere Gegner antreten können.
Neben zwei Klassen, die ein Gefährtenmanöver gezielt auslösen können (der Schurke und der Hauptmann) kann bei einem Kampf gegen einen Elitegegner ein Gefährtenmanöver bei einigen bestimmten Manövern mit einer gewissen Chance ausgelöst werden. Dabei erscheint dann ein Rad mit vier Symbolen, welche entweder direkten Nahkampfschaden erhöhen, einen geringen Nahkampfschaden und einen Gifteffekt auslösen, ein Mitglied oder die ganze Gruppe in ihrer Moral stärken oder als letzten Effekt die Kraft regenerieren, welche man für Spezialmanöver benötigt.
Das besondere ist, dass diese zusätzlichen Effekte je nach Erfahrung der Gruppe zu komplexen Manövern verbunden werden können, was mich ein wenig an das Spiel Senso erinnert. Einigen sich alle Spieler auf eine Farbe, so wird dieser einzelne Effekt besonders verstärkt, wählen z.B. alle blau, wird nicht nur Kraftregeneration voran getrieben, sondern der Schatten eines Kriegers herbeigerufen. Wählt die Gruppe koordiniert ein Muster, so können besondere Spezialeffekte ausgelöst werden. Die Website nennt z.B. Rot, Grün, Gelb, Blau, Rot, Grün „Donner des Eichenschilds“.
Im Prinzip verlangt das System ein hohes Maß an Koordination, legt aber meiner Meinung nach eine neue „Schicht“ mit einem erweiterten Kampfsystem jenseits der Fähigkeiten des eigenen Charakters über den normalen Kampf im dem jeder für sich selber agiert.
Donnerstag, 12. April 2007
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen