In der alten Welt von WOW waren Instanzen für mich weniger wichtig. Ich habe einige Male die damaligen 60iger Instanzen Stratholme, Scholomance und Düsterbruch besucht. Auch untere Schwarzfelsspitze (LBRS) in einer 5er Gruppe stand mal auf dem Programm. Alles machbar und lustig. Die Erweiterung von WOW ist mir einfach zu sehr auf Dungeons ausgerichtet. Alleine die ganzen 70iger Instanzen, von denen ich noch nicht mal alle gesehen habe (während viele Mitspieler schon x-mal drin waren) sind ein enormer Zeitvertreib. Jede Region, wo es bislang Instanzen von 60 – 68 gab, hat noch eine 70iger Instanz in petto.
- Zangarmarschen – Dampfkammer
- Wald von Terokkar - Schattenlabyrinth
- Netherstorm – Mechanar, Botanikum und Arkatraz
- Höllenfeuerhalbinsel – Die zerschmetterten Hallen
- Azeroth – Höhlen der Zeit: Schwarzer Morast
Jede der Instanzen bedient eine eigene Fraktion, so dass es relativ lange dauert, bis man bei allen Fraktionen respektvoll wird und somit den Zugang zu den heroischen Instanzen bekommt. Allerdings muss ich mir selber die Frage stellen, ob ich das wirklich will. Die bisherigen 70iger Instanzen sind optisch allesamt toll, keine Frage. Auch die Bosskämpfe machen Laune und sind sehr abwechslungsreich gestaltet. Sei es der tolle Kampf gegen das gewaltige Luftelementar Murmur im Schattenlabyrinth von Auchindoun, der Endgegner Patheleon der Kalkulator in Mechanar, oder der Endkampf in Arkatraz, sie sind allesamt spannend und unterscheiden sich deutlich von Bosskämpfen in den alten Instanzen, wo man als Highlight noch im Kampf wegteleportiert wurde. Das einzige, was irgendwie nervig ist, sind die im WOW Slang sog. Trashmobs, also die Gegnergruppen auf dem Weg zu den Zwischen- und Endbossgegnern. Je nach Gruppenzusammenstellung können diese lachhaft einfach oder sehr herausfordernd sein. Einerseits ist das gut, da man wirklich gezwungen wird, die „Crowd control“ Fähigkeiten des Charakter einzusetzen und konzentriert zu arbeiten, andererseits ermüdet es aber auch nach einer Weile, wieder und wieder Gegner in Eisfallen zu locken, sie zu Schafen werden zu lassen oder in einem Zustand der Dauerfurcht durch die Hallen zu scheuchen. Immerhin haben sich die Designer ein wenig Abwechslung einfallen lassen, mal gibt es Gegner, die man innerhalb eines gewissen Zeitlimits erledigen muss, mal ist es sehr wichtig, die Gegner in einer bestimmten Reihenfolge zu erledigen.
Alles in allem gibt die Erweiterung von WOW dadurch den Spielern genau das, wonach sie alle in den letzten 2 Jahren gerufen haben: Mehr Instanzen, spannendere Instanzen. Und wer sich immer noch nicht genug herausgefordert fühlt, kann die ganze Geschichte auch noch auf stark gesteigertem Schwierigkeitsgrad (Dauersterben garantiert) versuchen. Eigentlich reizen mich ja Herausforderungen und insofern muss ich einfach mal eine Zeit erwischen, wo ich statt auf Entspannung (was beim Questen und in den „leichteren Instanzen“ meistens der Fall ist) mal auf Stress stehe…
Was mir zur Zeit fast mehr Spaß macht als die ganzen notwendigen Dutzend Instanzengänge ist Quests zu lösen und die Gebiete so zu erkunden. Selbst der dritte Nebencharakter (Priester) macht Spaß und das hochbringen in den alten Gebieten immer noch viel Laune. Dabei fällt mir auf, dass die ganzen Quests im alten Spiel wesentlich länger brauchen, um den Charakter steigen zu lassen. Es gibt auch weniger Aufgaben in der alten Welt als in der gesamten Erweiterung, zumindest kommt es mir so vor.
In einem kommenden Patch werden wieder neue Quests, Instanzen und Möglichkeiten zur Rufsteigerung kommen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass Blizzard eine absolute Schere zwischen die Spieler der „normalen“ und die der „Raidinhalte“ angesetzt hat. Die Zugangsvoraussetzungen zu den längeren Raidinstanzen sind nicht mit normalem Zeiteinsatz machbar, sondern verlangen sehr viel Vorarbeit. Ich habe das Gefühl, dass nach der Einführung des Schwarzen Tempels und Zul’Aman (ich denke, dass das eine Art „Casual Gamer Raidinstanz“ á la Zul’Gurub wird) nicht mehr viel bis zum nächsten Addon kommen wird. Blizzard baut jetzt wohl statt ständiger Contentpatches (Pechschwingenhort, Zul’Gurub, Ahn’Qiraj, Naxxramas waren alles Raidinhalte von Patches) darauf, möglichst viel Inhalt auf DVD zum Kunden zu transportieren und aufgrund langer Zugangsquests und berechenbarer Zeitinhalte die Progression der Spieler zu steuern. So lässt z.B. Lady Vashj aus den Serpentshrine Caverns nur 4 der 25 – 30 benötigten Phiolen für den Zugang zum nächsten Raiddungeon fallen. Erinnert das irgendjemanden an das Blut des Generals Drakkisath? Immerhin konnte man den nach Kill sofort wieder angehen, was bei den Instanzen mit Bindung nicht möglich ist.
Mich interessiert mal, wie weit es bei Herr der Ringe Online (LOTRO) gehen wird mit Instanzen. Es gibt die Aussage der Designer, dass das Spiel zum Ende (des bisherigen Startgebietes) mit Raidinhalten und dem PvMP (Player vs. Monster Player) Kampf gefüllt ist. Andererseits wird bei dem Tempo, das ich anschlagen werde, es sehr unwahrscheinlich sein, dass ich Stufe 50 erreiche, bevor das erste Addon draußen ist. Insofern komme ich nicht so schnell in den „Genuss“ von Endspielinhalten.
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