Donnerstag, 25. Januar 2007

Star Trek online

Ich spiele leidenschaftlich gerne World of Warcraft. Die Grafik, das Gameplay, die sehr gute Zugänglichkeit und das Gefühl, auch ohne mit dem Spiel verheiratet zu sein, Fortschritte zu erzielen, sind einfach klasse. Auch die Expansion "The Burning Crusade" macht bislang richtig Laune, Grafik und Quests sind überwiegend gut bis sehr gut. Ich bin ziemlich sicher, dass ich noch geschätzte 2, vielleicht 3 Jahre spielen werde, solange entsprechende Addons kommen und das Spiel nicht in der Raidmaschinerie wie bislang versumpft, wo man endlos die gleiche Instanz abfarmen muss, um graduelle Verbesserungen zu erhalten.

Was ich natürlich auch mache, ist, nach anderen MMORPGs Ausschau zu halten. Mir gefällt der Gedanke, Freunde, die ich jetzt in WOW kennen gelernt habe, auch in anderen Spielen wieder zu treffen. Vor allem, da wir uns auch schon im echten Leben getroffen haben, was die soziale Bindung deutlich erhöht.

Zur Zeit habe ich zwei weitere MMOPG Spiele auch meiner "Watchlist". Das erste will ich heute vorstellen.

Star Trek Online.
Ich liebe die Serien, ihre Charaktere, Herausforderungen, das "Techno-Gebabbel" der Ingenieure, die taktischen Manöver der Captains und die Vielzahl an Spezies, welche im Star Trek Universum existiert. Mir gefällt die Philosophie der Serie und wie die Charaktere dies umsetzen. Es heisst ja, man mag entweder Star Trek oder Star Wars. Star Wars ist toll, ohne Frage. Es ist in meinen Augen ein Fantasymärchen im Weltall. Bloß, Star Wars zu spielen (wie Star Wars Galaxies) macht mir vom Gefühl her keinen Spass. Die Welt ist zu generisch, aufgeteilt in "Themenplaneten" und alles hängt zu sehr an der Hauptstory und den wenigen Helden, welche das Schicksal des Universums entscheiden. Bei Star Trek hat man eher das Gefühl, auch in "Nebenrollen" etwas beitragen zu können. Man muss nicht Kirk oder Picard sein, um das Weltall zu erforschen. Ein Arzt wie Dr. Bashir kann auf einer Raumstation kann Großes bewirken, ein Sicherheitsoffizier in einer brenzligen Lage Heldentaten leisten.

Eines der jüngsten Interviews zu STO hat enthüllt, was sich die Designer vorstellen. STO soll ein reinrassiges MMORPG werden. Das ist mir recht. Statt einer "Nerdshow", also einer hochkomplexen Simulation eines Raumschiffes mit unzähligen Schaltflächen, Panels und Prozeduren sowie einer eher textlastigen Welt, welche sehr viel Wert auf Rollenspiel legt, soll der Fokus auf dem Spielcharakter liegen. Zwar werden viele der sehr in den Hintergrund verliebten Trekker sicher enttäuscht sein, aber ich denke, aus kommerzieller Sicht haben die Designer genau die richtige Entscheidung getroffen. Um heute als MMORPG erfolgreich zu sein, reicht es nicht aus, einfach nur einen großen Namen zu haben und ein Genre zu vertreten, die Spieler erwarten eine Beachtung der durch EQ, SWG und WOW gesetzten Standards. Herr der Ringe Online (LOTRO) richtet sich an dem Maßstab aus, den WOW gesetzt hat. Ich prophezeihe LOTRO einen deutlich besseren Markterfolg als z.B. Vanguard, das zu wenig zugänglich, zu sehr ein Grinder geworden ist. Wenn Star Trek Online es schafft, die Zugänglichkeit und auch die Führung des Spielers zu gewährleisten, eine einfach zu lernende und ohne größeren Aufwand zu meisternde Bedienung besitzt, dann hat es die Chancen, das nächste große MMORPG zu werden. Zwar sind, so glaube ich, tendenziell mehr Spieler an Fantasy statt an SciFi interessiert, aber alleine die große Star Trek Fangemeinde sollte für 1 - 2 Millionen Erstspieler sorgen.

Ich stelle mir bei dem Spiel vor, dass man zuerst in einer Stadt auf dem Planeten seiner Spezies startet (Menschen: San Francisco), dort zum örtlichen Starfleet Rekrutierungsbüro geht und sich dann für eine Karriere als Sternenflottenmitglied entscheiden kann. In der Grundausbildung erfährt man dann mittels einiger Quests (Missionen), wie man technische Probleme löst, Bodenkampf und Raumschiffkampf absolviert (da wird sicher ein Holo-Simulator zum Einsatz kommen), dann lernt man Grundlagen der Xenobiologie, Medizin und dergleichen mehr. Zum Schluss der Ausbildung an der Akademie kann man sich dann für eine Fachrichtung entscheiden und wird als neuer, hoffnungsvoller Kadett zu den "Missions-Hubs" entsendet, in diesem Fall Raumschiffen der Galaxy- oder Sovereign-Klasse. Dort startet man mit seinem eigenen Shuttle, um Erkundungen, Patrouillien oder Begleitmissionen zu machen und das Leben nimmt seinen Gang.

All das und mehr stelle ich mir in Gedanken vor, zusammen mit dem tollen Look der Serie und den vertrauten Geräuschen (Kommunikator, Tricorder, zischende Türen und Panels usw.).

Wenn STO nicht total fehldesignt sein wird, ist es sehr wahrscheinlich, dass ich es mir kaufe und es WOW verdrängt. Hoffen wir das Beste!

Live long and prosper.

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